Gemeinderatsitzung 29. Oktober 2026
Wellheim muss sparen – und lehnt ein neues Feuerwehrfahrzeug ab

Marktgemeinderat ringt um die finanzielle Zukunft der Gemeinde – Feuerwehrkommandant warnt vor alterndem Einsatzfahrzeug – Steuererhöhungen abgelehnt – Schülerbeförderung gesichert
Eine Gemeinderatssitzung im Zeichen knapper Kassen
Die Sitzung des Wellheimer Marktgemeinderates am 29. Oktober 2026 im Feuerwehrhaus Gammersfeld machte deutlich, vor welchen finanziellen Herausforderungen die Marktgemeinde steht. Die vorhandenen Rücklagen werden voraussichtlich bis Ende 2027 weitgehend aufgebraucht sein. Gleichzeitig könnten bis 2030 Kreditaufnahmen von insgesamt bis zu sechs Millionen Euro notwendig werden.
Wie schwierig die Entscheidungen unter diesen Voraussetzungen sind, zeigte sich besonders bei der geplanten Ersatzbeschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF 10 für die Feuerwehr Wellheim-Konstein. Obwohl die Regierung von Oberbayern bereits einen erheblichen Zuschuss bewilligt hat und Feuerwehrkommandant Markus Neumann auf die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Ersatzbeschaffung hinwies, lehnte der Gemeinderat die Ausschreibung mit acht gegen fünf Stimmen ab.
Die Entscheidung wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie kann eine finanziell angeschlagene Gemeinde ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben erfüllen und gleichzeitig verhindern, dass sie durch weitere Investitionen ihre finanzielle Handlungsfähigkeit verliert?
1: Feuerwehr: Ein 27 Jahre altes Fahrzeug und die Frage nach der Verantwortung
Die Ersatzbeschaffung des HLF 10 war bereits mehrfach Gegenstand von Beratungen. Zwischen den Gemeinderatssitzungen hatten sich die Ratsmitglieder mit den Feuerwehrverantwortlichen getroffen, um die Notwendigkeit einer Neuanschaffung zu besprechen.
Feuerwehrkommandant Markus Neumann erläuterte erneut die Gründe für eine Ersatzbeschaffung. Das vorhandene Fahrzeug ist mittlerweile 27 Jahre alt. Zunehmend machen sich Rostschäden bemerkbar, außerdem werden nach seinen Angaben immer häufiger Reparaturen notwendig.
Neumann verwies auf eine Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes vom September 2025. Darin wird für Löschfahrzeuge einschließlich Hilfeleistungslöschfahrzeugen eine übliche Nutzungsdauer von zehn bis 25 Jahren genannt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Austauschfrist.
Der Kommandant sieht sich in der Pflicht
Ein wesentlicher Punkt seiner Ausführungen war die Verantwortung für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr.
Nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz gehört es zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden, ihre Feuerwehren entsprechend den örtlichen Erfordernissen auszurüsten und zu unterhalten.
Neumann machte deutlich, dass er als verantwortlicher Kommandant auf den Zustand des Fahrzeugs und die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Ersatzbeschaffung hinweisen müsse. Damit erfülle er seine Aufgabe gegenüber der Gemeinde.
Die Entscheidung über die Bereitstellung der finanziellen Mittel liegt jedoch beim Marktgemeinderat.
Hier treffen zwei unterschiedliche Verantwortungsbereiche aufeinander: Der Feuerwehrkommandant muss die Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehr im Blick behalten. Der Gemeinderat wiederum muss über die Finanzierung entscheiden und dabei die gesamte Haushaltslage berücksichtigen.
Eine Neuanschaffung für mehrere Hunderttausend Euro
Die Vorbereitungen für die Ersatzbeschaffung waren bereits weit fortgeschritten. Die Regierung von Oberbayern hat eine Förderung von 136.565 Euro bewilligt. Ein weiterer Zuschuss des Landkreises Eichstätt wurde beantragt. Dessen endgültige Höhe steht noch nicht fest.
Die Ausschreibung sollte gemeinsam mit der Gemeinde Egweil erfolgen. Dadurch könnten nach den Angaben in der Sitzung rund 30.000 Euro an Kosten für ein Ingenieurbüro eingespart werden.
Im Haushaltsentwurf waren für 2027 zunächst 130.000 Euro und für 2029 weitere 550.000 Euro vorgesehen.
Dennoch blieb die Frage, ob sich Wellheim eine solche Investition unter den gegenwärtigen finanziellen Bedingungen leisten kann.
Unterschiedliche Auffassungen im Gemeinderat
Jürgen Forster (GfW) sprach sich deutlich gegen die Neuanschaffung aus. Seiner Ansicht nach sei das vorhandene Fahrzeug für die Feuerwehr weiterhin ausreichend. Selbst wenn künftig größere Reparaturen notwendig würden, seien diese im Verhältnis zum Anschaffungspreis eines neuen Fahrzeugs wirtschaftlich vertretbar.
Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage könne sich die Gemeinde eine derart hohe Ausgabe derzeit nicht leisten.
Alexandra Rödl-Forster (GfW) brachte erneut die Möglichkeit ins Gespräch, ein geeignetes gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug zu beschaffen.
Eine andere Auffassung vertrat Daniel Maile (GfW). Er befürwortete die Neuanschaffung und verwies insbesondere auf die langen Lieferzeiten. Zwischen Ausschreibung und tatsächlicher Auslieferung könnten fünf bis sechs Jahre vergehen.
Das bisherige Fahrzeug wäre dann bereits über 30 Jahre alt. Wie sich dessen technischer Zustand bis dahin entwickeln werde, müsse ebenfalls berücksichtigt werden.
Nach intensiver Diskussion lehnte der Gemeinderat die Ausschreibung mit acht gegen fünf Stimmen ab.
Damit ist die geplante Ersatzbeschaffung vorerst gestoppt. Das bisherige Fahrzeug muss weiterhin seinen Dienst leisten.
Die Entscheidung und ihre Folgen
Die Ablehnung bedeutet nicht, dass die Gemeinde von ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr entbunden wäre.
Ebenso wenig besteht allein wegen des Alters eines Feuerwehrfahrzeugs eine gesetzliche Verpflichtung zur sofortigen Ersatzbeschaffung. Entscheidend bleibt, ob das vorhandene Fahrzeug technisch sicher und für die erforderlichen Einsätze geeignet ist.
Die weitere Entwicklung wird deshalb davon abhängen, wie sich der Zustand des Fahrzeugs verändert, welche Reparaturen notwendig werden und ob die Einsatzbereitschaft dauerhaft gewährleistet bleibt. Die Entscheidung zeigt zugleich, wie schwierig es für finanzschwache Gemeinden werden kann, selbst notwendige Investitionen in ihre Infrastruktur zu finanzieren.
2: Haushalt 2027: Die finanziellen Spielräume schwinden
Die Haushaltsberatung verdeutlichte, warum der Gemeinderat bei größeren Ausgaben zunehmend zurückhaltend ist. Nach Angaben der Verwaltung kommt der Haushalt 2027 voraussichtlich noch ohne zusätzliche Kreditaufnahme aus. Möglich wird dies allerdings nur durch den Rückgriff auf vorhandene Rücklagen.
Diese werden nach der derzeitigen Finanzplanung bis Ende 2027 weitgehend aufgebraucht sein.
Für die Jahre bis 2030 könnten anschließend Kreditaufnahmen von insgesamt bis zu sechs Millionen Euro erforderlich werden.
Die Verwaltung machte deutlich, dass bereits erhebliche Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung unternommen worden seien. Ausgaben wurden überprüft, Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft und auch Personal eingespart. Dennoch reichen die laufenden Einnahmen nicht aus, um sämtliche finanziellen Verpflichtungen dauerhaft zu erfüllen.
Die Gemeinde erwirtschaftet nicht genügend Mittel für ihre Tilgungen
Besonders problematisch ist die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt. Für 2027 sind dafür rund 149.000 Euro vorgesehen. Die ordentlichen Kredittilgungen belaufen sich jedoch auf etwa 201.000 Euro. Damit fehlen rund 52.000 Euro, um die Tilgungsverpflichtungen vollständig aus den laufenden Haushaltsmitteln zu finanzieren.
Diese Differenz muss durch andere Finanzierungsmittel, insbesondere Rücklagen, ausgeglichen werden.
Das ist zwar vorübergehend möglich, kann aber keine dauerhafte Lösung sein. Rücklagen dienen schließlich auch dazu, notwendige Investitionen zu finanzieren und auf unvorhergesehene Ausgaben reagieren zu können. Sind sie aufgebraucht, verliert die Gemeinde einen wesentlichen Teil ihres finanziellen Handlungsspielraums.
Welche Ausgaben sind künftig noch möglich?
Auf Anregung von Gemeinderätin Melanie Pruis-Obel wurde beschlossen, noch vor der nächsten regulären Gemeinderatssitzung eine gesonderte Beratung über weitere Einsparmöglichkeiten abzuhalten. Dabei soll untersucht werden, welche Ausgaben zwingend notwendig sind, welche verschoben und welche möglicherweise ganz gestrichen werden können.
Zur Diskussion stehen auch freiwillige Leistungen der Gemeinde, darunter Zuschüsse an Vereine und Aufwendungen für das Freibad. Hier zeigt sich ein grundlegendes Problem kommunaler Haushalte: Während gesetzliche Pflichtaufgaben erfüllt werden müssen, besteht bei freiwilligen Leistungen grundsätzlich ein größerer Entscheidungsspielraum.
Gerade diese Leistungen tragen jedoch häufig wesentlich zur Lebensqualität und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt einer Gemeinde bei.
Verkauf gemeindeeigener Immobilien wird geprüft
Theresia Asbach-Beringer (FWW) brachte einen weiteren Vorschlag ein. Sie beantragte, die Verkaufschancen mehrerer gemeindeeigener Immobilien zu prüfen. Dazu gehören das Sparkassengebäude, der Bahnhof und die Alte Gemeindekanzlei. Durch eine Ausschreibung beziehungsweise Erkundung des Kaufinteresses soll festgestellt werden, ob sich geeignete Interessenten finden. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag mit neun gegen vier Stimmen zu.
Mögliche Verkaufserlöse könnten zum Wiederaufbau finanzieller Rücklagen beitragen. Allerdings handelt es sich bei solchen Erlösen um einmalige Einnahmen. Sie können die finanzielle Situation vorübergehend verbessern, ersetzen aber keine dauerhaft ausreichenden laufenden Einnahmen. Über einen tatsächlichen Verkauf wurde noch nicht entschieden.
3: Keine Mehrheit für höhere Grund- und Gewerbesteuern
Ein weiterer zentraler Punkt der Sitzung war die von der Verwaltung empfohlene Erhöhung der Realsteuern.
Die Verwaltung hatte eindringlich darauf hingewiesen, dass die Gemeinde ihre Einnahmen verbessern müsse, um langfristig finanziell handlungsfähig zu bleiben. Zur Diskussion standen insbesondere eine Erhöhung der Grundsteuer B von 250 auf 350 Prozent und der Gewerbesteuer von 350 auf 400 Prozent.
Nach den in der Sitzung genannten Berechnungen könnten dadurch zusätzliche Einnahmen von rund 50.000 beziehungsweise 60.000 Euro erzielt werden.
Unterschiedliche Vorstellungen im Gemeinderat
In der anschließenden Diskussion zeigten sich erhebliche Meinungsunterschiede. Mehrere Vorschläge wurden zur Abstimmung gestellt, fanden jedoch keine Mehrheit. Schließlich einigte sich der Gemeinderat mit einer knappen Mehrheit von sieben gegen sechs Stimmen darauf, die bisherigen Hebesätze nicht anzuheben.
Damit bleiben die Steuerbelastungen zunächst unverändert.
Für die Gemeinde bedeutet dies allerdings auch, dass die von der Verwaltung erhofften zusätzlichen Einnahmen ausbleiben. Die Frage, wie die strukturellen Finanzierungslücken künftig geschlossen werden sollen, bleibt damit offen.
Der Haushaltsentwurf 2027 wird in der nächsten Gemeinderatssitzung weiter beraten. Ein abschließender Haushaltsbeschluss wurde noch nicht gefasst.
4: Schülerbeförderung Gammersfeld: Eine Lösung ist gefunden
Ein weiteres wichtiges Thema war die Schülerbeförderung der sechs Grundschulkinder aus Gammersfeld.
Hintergrund ist die Neuorganisation des öffentlichen Personennahverkehrs ab Januar 2027. Die künftig eingesetzten Linienbusse können aufgrund ihrer Höhe den Tunnel zwischen Gammersfeld und Wellheim nicht passieren. Deshalb musste eine gesonderte Beförderungslösung gefunden werden.
Bürgermeister Robert Husterer informierte über den aktuellen Stand und kritisierte dabei auch die bisherige Berichterstattung. Die betroffenen Eltern hätten sich nach seiner Auffassung direkt an ihn wenden können.
Er stellte klar, dass die Schülerbeförderung in der Verantwortung der Gemeinde liege. Das Landratsamt Eichstätt habe bei der Suche nach einer geeigneten Beförderungsmöglichkeit unterstützt.
Neues Angebot senkt die Kosten
Noch am Tag der Gemeinderatssitzung ging ein weiteres Angebot eines Beförderungsunternehmens ein.
Dieses sieht einen Preis von 39,69 Euro je Fahrt vor und liegt damit deutlich unter den bisherigen Angeboten.
Bei 180 Schultagen verbleiben nach Abzug der staatlichen Förderung voraussichtlich rund 6.000 Euro jährlich bei der Gemeinde. Das zuvor günstigste Angebot hätte etwa 8.000 Euro gekostet.
Der Flexibus kommt nach Angaben des Bürgermeisters für diese Aufgabe nicht infrage, da er für die reguläre Personenbeförderung benötigt wird.
Diskussion über längere Wartezeiten
Im Gemeinderat wurde auch darüber diskutiert, ob eine gesonderte Mittagsfahrt erforderlich ist.
Nach der eingeholten Stellungnahme der Regierung von Oberbayern können Wartezeiten von etwa einer Stunde für Grundschulkinder unter bestimmten Voraussetzungen zumutbar sein. Voraussetzung ist allerdings, dass eine angemessene Betreuung und Beaufsichtigung gewährleistet wird. Die Schule hatte erklärt, dass betroffene Kinder gegebenenfalls in die offene Ganztagsbetreuung aufgenommen werden könnten.
Letztlich entschied sich der Gemeinderat einstimmig für das neue Beförderungsangebot. Nach Aussage von Bürgermeister Husterer ist die Schülerbeförderung damit ab Januar 2027 gesichert.
5: Neue Forstwege am Dachsberg: Investition soll sich langfristig auszahlen
Ausführlich beschäftigte sich der Gemeinderat auch mit der geplanten Erschließung weiterer Waldflächen am Dachsberg. Revierförster Josef Kerler erläuterte die wirtschaftlichen und forstlichen Gründe für den Ausbau.
Das betroffene Waldgebiet umfasst rund 22 Hektar. Eine Hälfte wurde bereits 2024 erschlossen. Die damaligen Kosten beliefen sich nach seinen Angaben auf 9.860 Euro.
Seitdem konnte dort Holz mit einem Erlös von 44.322,16 Euro eingeschlagen werden. In der bislang noch nicht ausreichend erschlossenen Waldhälfte stehen nach den Angaben des Revierförsters in den kommenden Jahren weitere 1.048 Festmeter Holz zur Nutzung an. Daraus könnten Einnahmen von rund 50.000 Euro erzielt werden. Auch darüber hinaus seien langfristig weitere Holzerlöse zu erwarten.
Waldwege als notwendige Infrastruktur
Kerler machte deutlich, dass die Wege nicht nur für den Abtransport des Holzes benötigt würden. Sie seien ebenso wichtig für Pflanzungen, Pflegearbeiten und die langfristige Bewirtschaftung des Waldes. Der Wald müsse zukunftssicher gemacht werden. Forstwege seien deshalb eine Investition in die Zukunft, vergleichbar mit anderen Infrastrukturmaßnahmen.
Geplant sind 1.130 Meter Forstwege und 1.146 Meter Rückewege. Die kalkulierten Ausbaukosten betragen rund 161.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Bei einer Förderung von 80 Prozent verbleibt nach den in der Sitzung genannten Berechnungen eine Belastung von rund 60.000 Euro einschließlich Mehrwertsteuer für die Gemeinde.
Bedenken wegen des Urdonausteigs
Melanie Pruis-Obel gab zu bedenken, dass durch den Ausbau ein Teil des bislang prämierten Wanderwegs Urdonausteig betroffen sei. Sie befürchtete, dass dessen Auszeichnung durch die Veränderungen gefährdet werden könnte.
Nach Abwägung der Argumente stimmte der Gemeinderat dem Ausbau mit zehn gegen drei Stimmen zu.
Damit wurde eine weitere Investition beschlossen, von der sich die Gemeinde langfristig wirtschaftliche Vorteile verspricht.
6: Kindergarten Burgwichtel: Positive Entwicklung bei den Finanzen
Eine erfreuliche Entwicklung konnte Regina Schneider, Bereichsleiterin Kinder und Jugend beim BRK-Kreisverband Eichstätt, vorstellen. Das BRK ist Träger der Kindertageseinrichtung Burgwichtel in Wellheim.
Derzeit besuchen 82 Kinder über drei Jahren und elf Kinder unter drei Jahren die Einrichtung.
Schneider stellte den Haushaltsentwurf für 2027 mit einem Gesamtvolumen von rund 1.185.950 Euro vor.
Nach den Berechnungen wird für das kommende Jahr ein Überschuss von etwa 1.800 Euro erwartet.
Elternbeiträge bleiben stabil
Besonders erfreulich für die Eltern ist, dass die monatliche finanzielle Belastung für Kindergartenkinder trotz des vorgesehenen Wegfalls des staatlichen Elternbeitragszuschusses von 100 Euro nicht steigen soll.
Für den Krippenbereich wurden Senkungen der Beiträge um zehn beziehungsweise 15 Prozent ins Gespräch gebracht. Beide Vorschläge fanden jedoch keine Zustimmung im Gemeinderat.
Dem vorgelegten Haushalt der Kindertageseinrichtung stimmte der Marktgemeinderat einstimmig zu.
Die positive Haushaltsentwicklung wurde auch von der Verwaltung begrüßt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die angespannte Finanzlage der Gemeinde weiterhin eine konsequente Haushaltsführung erforderlich mache.
7: Keine Zustimmung für Mehrfamilienhaus in Hard
Auch ein Bauvorhaben in Hard stand auf der Tagesordnung. Geplant ist am Berg der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohneinheiten und acht Stellplätzen. In der Sitzung wurde das gemeindliche Einvernehmen für das Vorhaben nicht erteilt.
8: Sema Akten wird Integrationsbeauftragte
Zur neuen Integrationsbeauftragten des Marktes Wellheim wurde Sema Akten bestellt. Sie hatte sich nach einem entsprechenden Aufruf im gemeindlichen Mitteilungsblatt für die Aufgabe beworben. Weitere Bewerbungen lagen nicht vor.
Der Gemeinderat stimmte ihrer Bestellung mit zwölf gegen eine Stimme zu. Sema Akten übernimmt die Tätigkeit ehrenamtlich. Für die Gemeinde entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.
9: Solarpark Gammersfeld I: Antrag auf Aufgabe der Planung abgelehnt
Gemeinderat Leonhard Mayinger brachte erneut die Planung des Solarparks Gammersfeld I zur Sprache.
Er berichtete, dass er gemeinsam mit zwei Landwirten aus Gammersfeld die vorgesehene Fläche besichtigt habe. Nach seinen Angaben sei die gesamte Fläche mit Drainageleitungen durchzogen. Bei einer Bebauung bestehe die Gefahr erheblicher Beschädigungen dieser Entwässerungsanlagen. Mayinger beantragte deshalb, das Vorhaben aufzugeben.
Die Verwaltung vertrat dagegen die Auffassung, dass die vorhandenen Drainagen im weiteren Bauleitplanverfahren berücksichtigt und entsprechende Schutzmaßnahmen vorgesehen werden könnten.
Auch der Vorhabenträger müsse sicherstellen, dass vorhandene Entwässerungsanlagen nicht beschädigt oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Der Antrag Mayingers wurde mit zwölf gegen eine Stimme abgelehnt. Damit wird die Planung des Solarparks weitergeführt.
Fazit: Wellheim steht vor schwierigen Entscheidungen
Die Gemeinderatssitzung zeigte deutlich, dass sich der Markt Wellheim in einer finanziell schwierigen Phase befindet. Die Gemeinde muss ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben erfüllen, ihre Infrastruktur unterhalten und gleichzeitig ihre Verschuldung begrenzen.
Während der Ausbau der Forstwege als langfristige Investition beschlossen wurde, fand die geplante Ersatzbeschaffung des Feuerwehrfahrzeugs keine Mehrheit. Auch die von der Verwaltung dringend empfohlenen Steuererhöhungen wurden abgelehnt. Stattdessen sollen weitere Einsparmöglichkeiten untersucht und mögliche Einnahmen aus dem Verkauf gemeindeeigener Immobilien geprüft werden.
Die Diskussion um das Feuerwehrfahrzeug macht das Spannungsfeld besonders deutlich: Der Kommandant muss rechtzeitig auf technische Probleme und mögliche Risiken für die Einsatzbereitschaft hinweisen. Der Gemeinderat muss darüber entscheiden, welche finanziellen Mittel bereitgestellt werden können.
Mit der Ablehnung einer Neuanschaffung ist die Frage nach der langfristigen Ausstattung der Feuerwehr allerdings nicht endgültig beantwortet.
Wenn das bisherige Fahrzeug weiter altert und die Reparaturen zunehmen, wird sich die Gemeinde möglicherweise erneut mit einer Ersatzbeschaffung beschäftigen müssen. Die entscheidende Herausforderung für die kommenden Jahre wird deshalb sein, die finanziellen Möglichkeiten des Marktes Wellheim mit seinen gesetzlichen Verpflichtungen und den Bedürfnissen der Bürger in Einklang zu bringen.
Die nächsten Haushaltsberatungen werden zeigen, welche Prioritäten der Gemeinderat setzt und welche Einschnitte tatsächlich beschlossen werden.










