Freiwillige Feuerwehr

2. November 2026

Die Freiwillige Feuerwehr – Ehrenamt im Dienst der Allgemeinheit

Wer schützt uns, wenn es brennt, Menschen verunglücken oder Naturkatastrophen drohen? In Bayern übernehmen diese Aufgaben überwiegend ehrenamtliche Feuerwehrleute. Doch wer trägt die Verantwortung für ihre Ausrüstung, ihre Sicherheit und die Finanzierung? Ein Blick auf das bayerische Feuerwehrwesen und die Pflichten der Gemeinden.


Wenn der Alarm kommt, zählt jede Minute



Es kann mitten in der Nacht sein, während der Arbeit, beim Familienessen oder am Wochenende. Plötzlich löst der Funkmeldeempfänger aus. Ein Verkehrsunfall, ein Wohnungsbrand, ein umgestürzter Baum oder ein Mensch in Not. Für die Angehörigen einer Freiwilligen Feuerwehr bedeutet dies, alles stehen und liegen zu lassen. Sie verlassen ihre Familien, unterbrechen ihre Arbeit oder verzichten auf ihre Freizeit, um anderen Menschen zu helfen.


Dabei wissen sie häufig noch nicht, welche Gefahren sie am Einsatzort erwarten. Dieses Engagement ist in Bayern keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Es ist die Grundlage eines Feuerwehrwesens, das ohne die vielen freiwilligen Helfer in seiner heutigen Form kaum vorstellbar wäre.

Bayern lebt vom ehrenamtlichen Feuerwehrdienst


Nach der Statistik des Landesfeuerwehrverbandes Bayern gab es Ende 2025 im Freistaat rund 7.430 Freiwillige Feuerwehren. Mehr als 321.000 aktive Mitglieder leisteten dort ihren Dienst. Hinzu kommen Berufs-, Werk- und Betriebsfeuerwehren. Besonders erfreulich ist die Nachwuchsarbeit. Rund 54.800 Jugendliche engagierten sich in Jugendgruppen, außerdem gehörten mehr als 33.600 Kinder den Kinderfeuerwehren an.


Diese Zahlen verdeutlichen, wie tief die Feuerwehren im gesellschaftlichen Leben Bayerns verwurzelt sind.

In vielen kleinen Gemeinden und Dörfern sind sie weit mehr als eine Organisation zur Brandbekämpfung. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Gemeinschaftslebens, vermitteln Verantwortungsbewusstsein und fördern den Zusammenhalt zwischen den Generationen.


Doch bei aller Bedeutung für das gesellschaftliche Leben darf eines nicht vergessen werden: Die Freiwillige Feuerwehr erfüllt eine öffentliche Aufgabe, für die letztlich die Gemeinde verantwortlich ist.


Was sagt das Bayerische Feuerwehrgesetz?


Die rechtliche Grundlage bildet das Bayerische Feuerwehrgesetz (BayFwG). Artikel 1 verpflichtet die Gemeinden, für den abwehrenden Brandschutz und ausreichende technische Hilfe bei Unglücksfällen und Notständen im öffentlichen Interesse zu sorgen. Dazu müssen sie im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit Feuerwehren aufstellen, ausrüsten und unterhalten. Das bedeutet: Feuerwehrwesen ist keine freiwillige Leistung der Gemeinde, über die nach Belieben entschieden werden kann. Es handelt sich um eine gesetzliche Pflichtaufgabe.


Dabei umfasst die Verantwortung weit mehr als die Bereitstellung eines Feuerwehrhauses. Nach der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Feuerwehrgesetz müssen Gemeinden insbesondere Feuerwehrgerätehäuser, Einsatzfahrzeuge, Geräte, Schutzkleidung und notwendige Alarmierungseinrichtungen bereitstellen. Auch die Kosten für Aus- und Fortbildung gehören grundsätzlich zu ihren Aufgaben, soweit sie nicht von anderer Seite getragen werden. Die Gemeinde stellt damit die organisatorischen, technischen und finanziellen Voraussetzungen für den Feuerwehrdienst sicher.

Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute übernehmen die praktische Arbeit.

Die Feuerwehr löscht längst nicht mehr nur Brände


Viele Menschen verbinden die Feuerwehr vor allem mit brennenden Häusern und Löschfahrzeugen. Tatsächlich ist das Aufgabenspektrum heute wesentlich größer. Feuerwehren werden unter anderem bei schweren Verkehrsunfällen alarmiert, befreien eingeklemmte Personen, sichern Unfallstellen, helfen bei Hochwasser und Sturmschäden oder unterstützen bei anderen technischen Notlagen.


Gerade die technische Hilfeleistung hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen.

Dafür werden spezielle Geräte benötigt: hydraulische Rettungsgeräte, Atemschutzausrüstung, Pumpen, Beleuchtungseinrichtungen und moderne Kommunikationsmittel. Auch die Anforderungen an die Ausbildung sind gestiegen.


Wer heute bei einer Feuerwehr Dienst leistet, muss weit mehr beherrschen als den Umgang mit einem Löschschlauch.



Ehrenamt bedeutet nicht nur Einsätze


Die Arbeit beginnt lange vor dem eigentlichen Alarm. Feuerwehrleute müssen regelmäßig üben, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Sie absolvieren Lehrgänge, lernen den Umgang mit technischen Geräten und müssen ihre Kenntnisse ständig erweitern. Hinzu kommen die Pflege und Wartung der Ausrüstung, die Kontrolle von Fahrzeugen, organisatorische Aufgaben und die Ausbildung des Nachwuchses.


Viele dieser Tätigkeiten finden am Abend oder am Wochenende statt. Wer beispielsweise als Atemschutzgeräteträger eingesetzt wird, benötigt eine besondere Ausbildung und muss seine Eignung sowie seine Fähigkeiten regelmäßig nachweisen.


Auch die Führungskräfte tragen erhebliche Verantwortung. Sie müssen Einsätze vorbereiten, Personal einteilen, Übungen organisieren und im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen.

Dabei geht es nicht selten um Menschenleben.

Was wäre diese Arbeit wert, wenn sie bezahlt werden müsste?


Eine interessante Frage ist, welche finanziellen Belastungen auf die Gemeinden zukämen, wenn sämtliche bisher ehrenamtlich geleisteten Stunden durch hauptamtliche Kräfte erbracht werden müssten. Schon bei einer kleineren Feuerwehr können durch Übungen, Einsätze, Ausbildung und Gerätepflege jährlich zahlreiche Arbeitsstunden zusammenkommen.


Rechnet man diese Stunden mit üblichen Personalkosten, wird deutlich, welchen wirtschaftlichen Wert das Ehrenamt besitzt. Allerdings lässt sich eine Freiwillige Feuerwehr nicht einfach mit einer Berufsfeuerwehr gleichsetzen. Für eine hauptamtliche Organisation wären unter anderem Schichtdienste, Bereitschaftszeiten und zusätzliche organisatorische Strukturen erforderlich.


Trotzdem bleibt die Erkenntnis: Die freiwilligen Feuerwehrleute erbringen eine erhebliche Leistung für die Allgemeinheit, ohne dafür ein reguläres Arbeitsentgelt zu erhalten.

Die Verantwortung des Feuerwehrkommandanten


Eine besondere Stellung nimmt der Feuerwehrkommandant ein. Er trägt Verantwortung für die Führung seiner Feuerwehr, die Ausbildung der Mannschaft und die Einsatzbereitschaft im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben und Befugnisse.


Dazu gehört auch, auf Mängel bei Fahrzeugen, Geräten und Ausrüstung hinzuweisen. Stellt er fest, dass ein Fahrzeug zunehmend reparaturanfällig wird oder die vorhandene Ausstattung den Anforderungen nicht mehr ausreichend entspricht, muss er dies gegenüber den zuständigen Verantwortlichen ansprechen. Er kann jedoch nicht selbst darüber entscheiden, ob die Gemeinde mehrere Hunderttausend Euro für ein neues Fahrzeug ausgibt.


Diese Entscheidung liegt bei den zuständigen kommunalen Organen. Hier entsteht gerade in finanziell schwierigen Zeiten ein Spannungsfeld. Der Kommandant beurteilt die Anforderungen aus Sicht des Feuerwehrdienstes. Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat müssen zusätzlich die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde berücksichtigen. Beide Seiten tragen Verantwortung, allerdings in unterschiedlichen Bereichen.

Wie schnell muss eine Feuerwehr am Einsatzort sein?


Für die Feuerwehrbedarfsplanung in Bayern gilt grundsätzlich die Orientierung, dass eine an einer Straße gelegene Einsatzstelle innerhalb von zehn Minuten nach Eingang der Meldung bei der alarmauslösenden Stelle erreicht werden können soll. Diese sogenannte Hilfsfrist umfasst auch die Zeit für die Entgegennahme des Notrufs, die Alarmierung und die Anfahrt.


Damit wird deutlich, warum Feuerwehren gerade im ländlichen Raum möglichst ortsnah organisiert sein müssen. Entscheidend ist aber nicht nur die Entfernung zum Feuerwehrhaus. Es müssen auch ausreichend ausgebildete Einsatzkräfte verfügbar sein. Fahrzeuge und Geräte müssen funktionieren und für die jeweiligen Aufgaben geeignet sein.


Eine Feuerwehr, die zwar über engagierte Mitglieder verfügt, aber nicht über eine ausreichende technische Ausstattung, kann ihre Aufgaben möglicherweise nur eingeschränkt erfüllen.

Wer entscheidet, welche Feuerwehrfahrzeuge notwendig sind?


Nicht jede Feuerwehr benötigt die gleiche Ausstattung. Eine kleine Ortsfeuerwehr in einem ländlichen Gebiet hat andere Anforderungen als eine Feuerwehr in einer größeren Stadt oder an einer stark befahrenen Bundesstraße. Deshalb sollen Gemeinden grundsätzlich einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen und regelmäßig fortschreiben.


Dabei werden unter anderem die örtlichen Gefahren, vorhandene Einsatzkräfte, Fahrzeuge, Löschwasserversorgung und die Erreichbarkeit möglicher Einsatzorte berücksichtigt. Auch der zuständige Kreisbrandrat soll nach den bayerischen Vollzugshinweisen bei der Planung einbezogen werden. Eine solche Planung kann helfen, notwendige Investitionen sachlich zu begründen und langfristig vorzubereiten.


Müssen Feuerwehrfahrzeuge nach 25 Jahren ersetzt werden?


Eine allgemeine gesetzliche Vorschrift, nach der Feuerwehrfahrzeuge nach 20 oder 25 Jahren zwingend ausgemustert werden müssen, gibt es in Bayern nicht. Das Alter allein entscheidet deshalb nicht über die Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung.


Wesentlich sind der technische Zustand, die Betriebssicherheit, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, die Reparaturkosten und die Frage, ob das Fahrzeug den Anforderungen der Feuerwehr noch entspricht. Ein gut erhaltenes älteres Fahrzeug kann durchaus weiterhin eingesetzt werden.


Umgekehrt kann ein Fahrzeug bereits vor Erreichen einer üblichen Nutzungsdauer ersetzt werden müssen, wenn seine Betriebssicherheit oder Eignung nicht mehr gewährleistet ist. Auch der Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs kann eine Möglichkeit darstellen. Dabei müssen allerdings Alter, Zustand, Ausstattung und die zu erwartenden Folgekosten berücksichtigt werden.


Wellheim: Ein Beispiel für schwierige Entscheidungen


Wie eng die Fragen der Feuerwehrsicherheit und der kommunalen Finanzen miteinander verbunden sind, zeigte die Marktgemeinderatssitzung vom 29. Oktober 2026 in Wellheim. Dort stand die Ersatzbeschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF 10 für die Feuerwehr Wellheim-Konstein zur Entscheidung. Das bisherige Fahrzeug ist 27 Jahre alt.


Kommandant Markus Neumann wies auf zunehmende Rostschäden und häufiger notwendige Reparaturen hin. Er machte deutlich, dass er sich verpflichtet sehe, die Gemeinde rechtzeitig auf den Zustand des Fahrzeugs und die Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung aufmerksam zu machen.


Die Regierung von Oberbayern hatte bereits eine Förderung von 136.565 Euro bewilligt. Ein zusätzlicher Kreiszuschuss wurde beantragt. Trotzdem lehnte der Marktgemeinderat die Ausschreibung mit acht gegen fünf Stimmen ab.


Unterschiedliche Argumente


In der Diskussion wurden sowohl die hohen Anschaffungskosten als auch die künftige Einsatzfähigkeit des vorhandenen Fahrzeugs angesprochen. Ein Teil des Gemeinderates hielt eine weitere Nutzung mit entsprechenden Reparaturen für wirtschaftlich vertretbar. Auch der Erwerb eines Gebrauchtfahrzeugs wurde vorgeschlagen.


Andere Ratsmitglieder verwiesen auf die langen Lieferzeiten neuer Feuerwehrfahrzeuge. Bis zur Auslieferung könnten fünf bis sechs Jahre vergehen. Das bisherige Fahrzeug wäre dann bereits mehr als 30 Jahre alt.

Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund einer äußerst angespannten Finanzlage.


Nach den Haushaltsplanungen könnten die Rücklagen des Marktes Wellheim bis Ende 2027 weitgehend aufgebraucht sein. Bis 2030 stehen Kreditaufnahmen von insgesamt bis zu sechs Millionen Euro im Raum.

Die Ablehnung der Ausschreibung bedeutet jedoch nicht, dass die gesetzliche Verantwortung der Gemeinde für ihre Feuerwehr entfällt. Die weitere Einsatzfähigkeit des bisherigen Fahrzeugs muss auch künftig gewährleistet bleiben.


Wenn die Gemeindekasse leer ist


Das Beispiel Wellheim verdeutlicht ein grundsätzliches Problem, das auch andere finanzschwache Gemeinden betreffen kann. Die Anforderungen an Feuerwehren steigen. Fahrzeuge und technische Ausrüstung werden aufwendiger und teurer. Gleichzeitig müssen Gemeinden zahlreiche weitere Pflichtaufgaben finanzieren. Dazu gehören Schulen, Kindertageseinrichtungen, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und weitere kommunale Einrichtungen.


Hinzu kommen freiwillige Leistungen, die für das gesellschaftliche Leben ebenfalls wichtig sind. Die gesetzlichen Pflichten einer Gemeinde verschwinden aber nicht, wenn ihre finanziellen Mittel knapp werden.

Allerdings verlangt das Bayerische Feuerwehrgesetz ausdrücklich eine Ausstattung innerhalb der Leistungsfähigkeit der Gemeinde. Daraus folgt keine Verpflichtung, jeden Beschaffungswunsch ungeprüft zu erfüllen.


Es muss vielmehr festgestellt werden, welche Ausstattung zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben erforderlich ist und wie sie wirtschaftlich bereitgestellt werden kann. Gerade deshalb sind eine vorausschauende Bedarfsplanung, die Einbeziehung der Feuerwehrführung und eine nachvollziehbare Bewertung des technischen Zustands von Fahrzeugen wichtig.

Ohne Nachwuchs keine Freiwillige Feuerwehr


Eine weitere Herausforderung ist die langfristige Sicherung des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes. Gerade in ländlichen Gemeinden verändert sich die Arbeitswelt. Viele Menschen pendeln zu Arbeitsplätzen außerhalb ihres Wohnortes und stehen deshalb tagsüber nicht für Einsätze zur Verfügung.


Gleichzeitig werden die Anforderungen an Ausbildung und regelmäßige Übungen immer größer. Umso wichtiger ist die Nachwuchsarbeit. Kinder- und Jugendfeuerwehren vermitteln nicht nur technische Grundkenntnisse. Sie fördern Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, anderen zu helfen.


Auch Frauen übernehmen inzwischen immer häufiger aktive Aufgaben im Feuerwehrdienst. Die Gewinnung neuer Mitglieder und die Unterstützung der bereits aktiven Feuerwehrleute werden deshalb für die Gemeinden immer wichtiger.

Anerkennung allein genügt nicht


Bei Jubiläen, Feuerwehrfesten und Ehrungen wird häufig betont, wie unverzichtbar die Freiwilligen Feuerwehren für unsere Gesellschaft sind. Diese Anerkennung ist berechtigt. Doch das Ehrenamt braucht mehr als Dankesworte.


Wer freiwillig seine Freizeit opfert, regelmäßig übt und bei Einsätzen persönliche Risiken eingeht, benötigt verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören geeignete Schutzkleidung, sichere Fahrzeuge, funktionsfähige Geräte und eine gute Ausbildung.


Auch die Unterstützung durch Arbeitgeber, Familien und die örtliche Gemeinschaft ist von großer Bedeutung.

Denn hinter jedem Feuerwehrmitglied stehen häufig weitere Menschen, die dieses Engagement mittragen.


Fazit: Ehrenamt und öffentliche Verantwortung gehören zusammen


Das bayerische Feuerwehrwesen lebt vom freiwilligen Einsatz hunderttausender Menschen. Sie leisten einen Dienst, der für die Sicherheit der Bevölkerung unverzichtbar ist und den Gemeinden erhebliche Personalkosten erspart. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Freiwillige Feuerwehr eine öffentliche Einrichtung der Gemeinde ist.


Die Feuerwehrleute stellen ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Einsatzbereitschaft zur Verfügung. Die Gemeinde trägt die gesetzliche Verantwortung für die erforderliche Organisation und Ausstattung. Die Entscheidung über ein neues Feuerwehrfahrzeug muss deshalb sowohl die finanziellen Möglichkeiten als auch die tatsächlichen Anforderungen an die Einsatzfähigkeit berücksichtigen.


Eine schwierige Haushaltslage kann Investitionen verzögern oder andere Lösungen erforderlich machen. Sie entbindet die Gemeinde jedoch nicht von ihrer Pflicht, für einen wirksamen Brandschutz und ausreichende technische Hilfe zu sorgen.


Die Menschen, die Tag und Nacht bereitstehen, um anderen zu helfen, dürfen erwarten, dass ihre Einsatzbereitschaft durch eine verlässliche und sichere Ausstattung unterstützt wird.



Denn wenn der Alarm kommt, fragt niemand danach, wie angespannt der Gemeindehaushalt ist. Dann zählt allein, dass Hilfe kommt.


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Wenn die Ausnahme zum Alltag wird Technische Defekte, Baustellen, Sabotage und menschliche Notlagen zeigen, wie störanfällig der Bahnverkehr sein kann. Nicht jede Unterbrechung lässt sich verhindern. Doch Fahrgäste haben Anspruch auf einen respektvollen Umgang und brauchen transparente Informationen, um selbst entscheiden zu können. „… und wir sitzen in Baar-Ebenhausen wegen Signalstörung fest.“ Diese Nachricht erreicht mich am 16. Oktober per WhatsApp. Der Absender ist selbst betroffen. Während ich meine Erfahrungen einer mühsamen Bahnreise vom Vortag aufarbeite, warten andere bereits auf ihre Weiterfahrt. Eine einzelne Nachricht beweist keinen allgemeinen Trend. Sie fügt sich aber in das ein, was mir Menschen berichten, die regelmäßig mit dem Zug unterwegs sind: Verspätungen, kurzfristige Ausfälle und verpasste Anschlüsse belasten ihren Alltag. Was für Gelegenheitsreisende ein ärgerliches Erlebnis ist, wird für manche Pendler zur dauernden Geduldsprobe. Ich bin selbst häufig mit dem Bayern-Ticket oder dem Deutschlandticket unterwegs. Ich nutze die Bahn bewusst und möchte mich auf sie verlassen können. Gerade deshalb frage ich mich: Warum gerät eine Reise so schnell aus dem Takt? Und weshalb ist es bei einer Störung oft so schwer, eine verständliche Auskunft zu erhalten?
16. Oktober 2026
Ein Tagesausflug nach Ulm wird zur Geduldsprobe – mit Verspätungen, Schienenersatzverkehr, verpassten Anschlüssen und verschlossenen Toiletten. Ein persönlicher Erfahrungsbericht. Eine Reise mit der Bahn ist ein Erlebnis. Nach meinem Tagesausflug nach Ulm bekommt dieser Satz allerdings einen bitteren Beigeschmack. Was als entspannter Ausflug begann, endete mit einer Heimkehr um 23 Uhr. Dazwischen lagen Stunden des Wartens und immer wieder die Frage: Wie kommen wir heute noch nach Hause? Um 11.15 Uhr sollten wir in Ulm ankommen. Tatsächlich wurde es 13 Uhr. Verspätungen und verpasste Anschlüsse hatten schon auf der Hinfahrt fast zwei Stunden unseres Ausfluges aufgezehrt. Zeit, die wir lieber damit verbracht hätten, die Stadt anzuschauen und den Tag zu genießen. Schon der zweite Versuch Genau genommen war es bereits mein zweiter Versuch, mit dem Deutschlandticket nach Ulm zu fahren. Im Juli war die Reise schon in Dollnstein gescheitert: Der Zug kam nicht. Damals entschied ich mich, die geplante Fahrt abzubrechen. Nach den Erlebnissen dieses Tages erscheint mir diese Entscheidung im Nachhinein umso vernünftiger. Dieses Mal wollten meine Frau und ich gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar nach Ulm fahren. Gegen 9 Uhr sollte es in Dollnstein losgehen. Unsere Freunde wollten bereits in Eichstätt zusteigen. Das herrliche Herbstwetter versprach einen wunderschönen Tag, und entsprechend gut war unsere Stimmung. Auch diesmal hatte der Zug zehn Minuten Verspätung. Das konnten wir noch verkraften. Für den Umstieg in Treuchtlingen waren 15 Minuten vorgesehen. Noch bestand also kein Grund zur Sorge. Von Treuchtlingen ging es weiter in Richtung Augsburg. Eigentlich hätten wir in Donauwörth in den Zug nach Ulm umsteigen sollen. Bei unserer Suche im Internet erfuhren wir jedoch, dass zwischen Lauingen und Günzburg Schienenersatzverkehr eingerichtet war. Deshalb entschieden wir uns für die Alternative über Augsburg-Oberhausen. Dort wollten wir nach Ulm umsteigen. Ob mit Ersatzbus oder über Augsburg-Oberhausen: Nach den angezeigten Verbindungen sollten wir Ulm nun um 11.45 Uhr erreichen. Doch unterwegs blieben wir stehen, um einen ICE überholen zu lassen. Die Folge: Als wir in Augsburg-Oberhausen einfuhren, fuhr der Zug nach Ulm am anderen Gleis gerade davon. Wir blieben zunächst sitzen und fuhren bis Augsburg Hauptbahnhof weiter. Für mich wäre es inzwischen auch in Ordnung gewesen, den Tag in Augsburg zu verbringen. Gemeinsam entschieden wir uns aber, doch noch nach Ulm zu fahren. Die Stunde Wartezeit überbrückten wir in einem Café. Der nächste Zug nach Ulm fuhr pünktlich ab. Unterwegs standen wir allerdings erneut etwa 15 Minuten, damit uns zwei ICE-Züge überholen konnten. Was bedeutet das für die Pendler? Während dieser Fahrt gingen mir die Menschen nicht mehr aus dem Kopf, die täglich auf die Bahn angewiesen sind. Für uns stand ein Ausflug auf dem Spiel. Für Pendler geht es um ihren Arbeitsalltag, für Schüler und Studierende um Unterricht, Vorlesungen und Prüfungen. Wie muss es sein, schon morgens auf dem Bahnsteig zu stehen und sich zu fragen, ob man rechtzeitig zur Arbeit kommt? Wie oft kann man erklären, dass wieder der Zug ausgefallen oder der Anschluss davongefahren ist? Selbst wenn Vorgesetzte und Kollegen Verständnis haben: Die Anspannung bleibt. Man selbst muss mit den Folgen zurechtkommen, Termine verschieben und den Tagesablauf neu organisieren. Wer vorsorglich eine Verbindung früher nimmt, bezahlt die Unsicherheit mit zusätzlicher Lebenszeit. Früher aufstehen, länger unterwegs sein, später nach Hause kommen – und trotzdem keine Gewissheit haben, pünktlich anzukommen. Nach Feierabend setzt sich die Sorge womöglich fort: Reicht es noch, um die Kinder abzuholen, einen Arzttermin wahrzunehmen oder eine Verabredung einzuhalten? Besonders hart trifft es diejenigen, die keine Alternative haben. Nicht jeder besitzt ein Auto oder kann bei einer Störung jemanden bitten, ihn abzuholen. Für diese Menschen ist eine zuverlässige Bahn eine Voraussetzung dafür, ihren Alltag bewältigen zu können. Ich musste an meine eigene Schulzeit denken. In den 1960er- und 1970er-Jahren war ich jahrelang für den Schulbesuch auf die Bahn angewiesen. In meiner Erinnerung hatte der Zug nie Verspätung. Es war noch die Zeit, in der man sagte, die Leute könnten ihre Uhren nach dem Zug stellen. Lang, lang ist es her. Damals waren die Deutschen für ihre Pünktlichkeit in aller Welt bekannt. Verwirrende Auskünfte statt Orientierung Die Rückfahrt stellte unsere Geduld noch stärker auf die Probe. Zunächst verzögerte sie sich um zwei Stunden. Dazu kamen am Ulmer Bahnhof verwirrende Auskünfte: Einmal war von einem Stellwerksschaden die Rede, dann von Personen auf dem Gleis. Später hieß es, die Strecke zwischen Ulm und Augsburg sei gesperrt. Auch ICE-Züge standen still. Was genau für unsere Verbindung galt und wie es weitergehen sollte, blieb für uns unklar. Die genannten Ursachen können unterschiedliche Störungen betroffen haben. Für die wartenden Fahrgäste wäre aber eine verständliche Auskunft entscheidend gewesen: Welche Verbindung fährt noch? Wo gibt es Ersatzverkehr? Und wie kommt man jetzt an sein Ziel? Mitreisende, die nach eigenen Angaben regelmäßig auf dieser Strecke unterwegs sind, erzählten, solche Erfahrungen seien für sie längst der Regelfall. Das ist keine statistische Auswertung. Es zeigt aber, wie viel Vertrauen bei manchen Fahrgästen bereits verloren gegangen ist. Natürlich lassen sich technische Defekte nicht immer verhindern. Personen im Gleis erfordern aus Sicherheitsgründen ein Eingreifen. Trotzdem bleibt die Frage, wie gut die Verkehrsunternehmen mit solchen Situationen umgehen. Gerade bei Störungen brauchen Fahrgäste klare Informationen und eine funktionierende Weiterbeförderung. Mit dem Ersatzbus durch die Nacht In Günzburg war mit der Bahnfahrt zunächst Schluss. Umsteigen in den Schienenersatzverkehr. Doch auch der Bus fuhr nicht gleich los. Über eine halbe Stunde stand er, bevor es Richtung Lauingen weiterging. Inzwischen war es dunkel. Irgendwann hielt der Bus an. Eine Durchsage gab es nicht. Fahrgäste stiegen aus, wir Vier ebenfalls. Woher sollten wir wissen, ob wir unser Ziel erreicht hatten? Erst ein ebenfalls ausgestiegener Fahrgast erklärte uns: Das ist noch nicht Lauingen. Wir schafften es gerade noch zurück in den schon wieder anfahrenden Bus. Beinahe wären wir an einem uns unbekannten Ort zurückgeblieben. Fahrgastinformation sieht anders aus. Ein kurzer Hinweis auf den Halteort durch den Busfahrer hätte genügt. Gerade im Ersatzverkehr kann niemand voraussetzen, dass alle Reisenden die Strecke und die Haltestellen kennen – schon gar nicht bei Dunkelheit. Auch ein freundlicher Umgang mit verunsicherten Fahrgästen sollte selbstverständlich sein. Beides kam bei dieser Fahrt aus meiner Sicht zu kurz. Der Busfahrer war weder gesprächig noch auskunftswillig. Kein einziges Wort im Bus war von ihm zu hören. Freundlicher Service schaut anders aus. Wir fuhren weiter durch die dunkle Nacht, in der Hoffnung, irgendwann den richtigen Anschluss zu erreichen. Der Anschluss fährt vor unseren Augen davon In Lauingen erreichten wir den bereitstehenden Zug nach Donauwörth. Endlich wieder auf Schienen. Doch in Donauwörth hieß es erneut umsteigen, diesmal in den Zug Richtung Ansbach. Wegen Bauarbeiten werde sich die Abfahrt verzögern, erfuhren wir durch eine Durchsage. Wieder warten. Und wieder wuchs die Sorge um den nächsten Anschluss, denn in Treuchtlingen mussten wir nochmals umsteigen. Wir merkten: Es wird knapp. Um 21.34 Uhr erreichten wir Treuchtlingen auf Gleis 4. Der Zug Richtung München, der uns nach Dollnstein bringen sollte, stand auf Gleis 2. Wir liefen los, die Treppe hinunter, durch die Unterführung und auf der anderen Seite wieder hinauf. Am letzten oberen Treppenabsatz sahen wir, wie der Zug abfuhr. Ohne uns. Ohne die anderen Fahrgäste, die ebenfalls versuchten, diesen Anschluss zu erreichen. Ausgerechnet jetzt klappte die pünktliche Abfahrt. Nach meinem Eindruck fuhr der Zug sogar etwas zu früh los. Ob das tatsächlich vor der vorgesehenen Abfahrtszeit war, lässt sich aus meiner Wahrnehmung allein nicht sicher feststellen. Sicher ist: Auf uns Anschlussreisende hatte er nicht gewartet. Als der Zug ohne uns davonfuhr, brachen der angestaute Frust und Ärger aus mir heraus. Ich nannte die Bahn alles, nur keine feine Dame. Die Wut musste raus, sonst wäre ich wohl geplatzt. Mein Ärger richtet sich dabei nicht gegen die Beschäftigten der Bahn. Sie müssen die Folgen dieser Misere ebenso ausbaden wie die Fahrgäste und stehen häufig auch noch dem Unmut der Reisenden gegenüber. Meine Kritik gilt vielmehr denjenigen, die über Jahre die unternehmerischen Entscheidungen getroffen haben. Für mich ist es schwer erträglich, mir vorzustellen, dass ehemalige Verantwortliche nach ihrem Ausscheiden durch hohe Boni und Abfindungen finanziell abgesichert sind, während Beschäftigte und Reisende mit den Folgen verfehlter Entscheidungen zurechtkommen müssen. Wer Missmanagement zu verantworten hat, sollte dafür auch Rechenschaft ablegen müssen. Stattdessen drängt sich mir wieder einmal der alte Spruch auf: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Sie sitzen jetzt irgendwo in ihren schicken Villen und genießen ihr Leben in vollen Zügen. Finanziell sind sie ja bestens abgesichert. Besonders bitter: Nach der mir vorliegenden Verbindungsanzeige waren für unseren verpassten Zug später in Ingolstadt Nord zehn Minuten Aufenthalt vorgesehen. Ob diese Zeit betrieblich einen Spielraum zum Warten in Treuchtlingen eröffnet hätte, kann ich nicht beurteilen. Als zurückgelassener Fahrgast frage ich mich trotzdem, weshalb ein kurzes Warten auf die Reisenden aus dem verspäteten Zug nicht möglich war. Seit Jahren hatte ich gefühlt keinen so pünktlich abfahrenden Zug nach München mehr erlebt. An diesem Abend gelang es genau in dem Augenblick, in dem uns nur noch wenige Schritte zum Anschluss fehlten. Hier endete meine Geduld. Ich fühlte mich von der Deutschen Bahn mehr als veräppelt. Was hilft die pünktliche Abfahrt eines einzelnen Zuges, wenn die Reisenden aus dem verspäteten Zubringer zurückbleiben? Für uns zählte, ob wir nach Hause kamen. Eine Stunde warten – ohne offene Toilette Wieder lag eine Stunde Wartezeit vor uns. Diesmal auf den letzten Zug des Tages, der noch in Dollnstein halten würde. Dann zeigte sich das nächste Manko: Wir suchten eine Toilette auf. Alle vier Toiletten waren geschlossen. Ein Hinweis nannte Vandalismus als Grund. Die Blase drückte, doch auch die übrigen Gebäude waren geschlossen. Eine zugängliche Alternative fanden wir nicht. Für die mutwillige Beschädigung von Toiletten sind diejenigen verantwortlich, die sie verwüsten. Für die wartenden Reisenden bleibt trotzdem ein ganz praktisches Problem ungelöst. Wer wegen eines verpassten Anschlusses eine weitere Stunde am Bahnhof verbringen muss, braucht auch Zugang zu einer Toilette. Nach Stunden voller Verspätungen und Umstiege scheiterte es nun selbst an diesem Grundbedürfnis. Wir standen am späten Abend auf einem zugigen Bahnsteig und mussten darauf hoffen, dass wenigstens die letzte Verbindung funktionieren würde. So gewinnt man niemanden für die Bahn Politisch wird der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel immer wieder als lohnenswert beworben. Nach einem solchen Reisetag klingt dieses Versprechen für mich wenig überzeugend. Wer sein Auto stehen lässt, braucht eine verlässliche Alternative. Er muss darauf vertrauen können, sein Ziel und später auch wieder sein Zuhause in einer einigermaßen kalkulierbaren Zeit zu erreichen. Für mich stellt sich deshalb auch die Frage, welchen Preis wir heute für frühere Sparvorgaben und die zeitweilige Ausrichtung der Bahn auf einen Börsengang zahlen. Eine Bahn ist öffentliche Daseinsvorsorge. Ihr Erfolg muss sich vor allem daran messen lassen, ob Züge zuverlässig fahren, Anschlüsse funktionieren und Fahrgäste bei Störungen weiterkommen. An diesem Tag erschien mir die Bahn wie ein Sinnbild für den Zustand unserer Infrastruktur: Der Anspruch ist groß, doch im Alltag fehlt es an Verlässlichkeit. Die Folgen tragen die Menschen, die darauf angewiesen sind – durch verlorene Zeit, verpasste Termine und die Ungewissheit, wann sie endlich ankommen. Dabei fahre ich mit einem Deutschlandticket. Wie muss es erst Reisenden gehen, die für ihre Fahrt viel Geld für eine reguläre Fahrkarte bezahlt haben und genauso festsitzen? Wer einen hohen Fahrpreis bezahlt, erwartet zu Recht eine verlässliche Beförderung. Die Enttäuschung dürfte umso größer sein, wenn man am Ende ebenfalls auf dem Bahnsteig wartet oder im Ersatzbus sitzt. Eine nachträgliche Entschädigung mag einen Teil des finanziellen Ärgers mildern. Verlorene Lebenszeit gibt sie nicht zurück. Ein versäumtes Treffen, ein verkürzter Ausflug oder Stunden, die man lieber mit seiner Familie verbracht hätte, lassen sich mit einer Erstattung nicht nachholen. Die Verkehrswende entscheidet sich deshalb auch auf Bahnsteigen und in Ersatzbussen. Wer dort stundenlang wartet, wird beim nächsten Mal womöglich wieder den Autoschlüssel nehmen. Für mich ist nach diesem Tag jedenfalls ein Punkt erreicht, an dem ich mein Deutschlandticket ab November nicht mehr kaufen möchte. Ein günstiges Ticket allein reicht nicht, wenn die Reise derart unberechenbar wird. Um 23 Uhr endlich zu Hause Nach einer weiteren Stunde auf dem zugigen Bahnsteig geschah schließlich etwas, das wir an diesem Tag kaum noch erwartet hatten: Der letzte Zug, der in Dollnstein hält, kam tatsächlich. Und er kam pünktlich. Beim Einsteigen begegneten wir einem Mann, der eigentlich nach Nürnberg wollte und ebenfalls bereits eine lange Odyssee hinter sich hatte. Er erzählte, sein Flugzeug aus Portugal sei statt in Nürnberg in Memmingen gelandet. Von dort versuchte er nun, mit der Bahn nach Hause zu kommen. Von Treuchtlingen aus fuhr kein Zug mehr in Richtung Nürnberg, nur noch der Zug nach München war im Angebot. Seine Hoffnung war, mit unserem Zug bis Ingolstadt zu fahren und dort noch den letzten RE1 über Kinding nach Nürnberg zu erreichen. So hatte er es im Internet recherchiert. Ich hoffte für ihn, dass wenigstens dieser Plan aufgehen würde. Mir war, als gäbe es auch auf dieser Strecke gerade Bauarbeiten. Weil ich es nicht sicher wusste, behielt ich die Befürchtung für mich. Zusätzliche Verunsicherung konnte dieser Mann gewiss nicht gebrauchen. Für uns klappte die letzte Etappe. Um genau 23 Uhr waren wir wohlbehalten zu Hause. Die Erleichterung war groß. Doch sie machte den Ärger über diese Heimreise nicht ungeschehen. Dieser Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Ulm war die Reise wert. Die Rückfahrt war eine Zumutung. Was bleibt, ist das Gefühl, sich als Fahrgast von Verbindung zu Verbindung allein durchschlagen zu müssen. Was machen Fahrgäste, die nicht mit einem Handy ausgestattet sind? Solche gibt es noch genügend. Mir fällt ein alter Spruch ein: „Die Bahn fährt immer.“ Nach diesem Tag möchte ich ergänzen: Stimmt. Die Frage ist nur, wann.
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