Die „Lange Bank“ ist zurück – 30,30 Meter Holz über dem Altmühltal

6. Oktober 2026

Eine außergewöhnliche Bank mit einer außergewöhnlichen Geschichte

Obereichstätt – Eigentlich hätte sie einen Rekord verdient gehabt. Rund 15 Jahre lang lag hoch über Obereichstätt am Altmühltal-Panoramaweg eine Sitzbank, wie man sie wohl nur selten findet: aus einem einzigen mächtigen Douglasienstamm gefertigt und rund 36,5 Meter lang. Wer auf ihr Platz nahm, konnte den weiten Blick über Obereichstätt und das Altmühltal genießen.

Die Dimension der alten „Langen Bank“ war außergewöhnlich. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass sie nie offiziell für einen Rekord angemeldet wurde. Im baden-württembergischen Ellenberg war bereits 1997 eine 30,22 Meter lange Bank aus einem einzigen Douglasienstamm offiziell vermessen und als Rekord anerkannt worden. Die Obereichstätter Bank übertraf dieses Maß um mehr als sechs Meter – ohne dass daraus jemals ein offizieller Rekord wurde.

Nach rund 15 Jahren hatten Sonne, Regen, Frost und Schnee jedoch deutliche Spuren hinterlassen. Das Holz war so stark verwittert, dass die Bank ersetzt werden musste. Für die Verantwortlichen stand fest: Dieser besondere Rast- und Aussichtspunkt sollte erhalten bleiben.

Die neue Bank – wieder ein Gemeinschaftswerk


Bei der Einweihung erinnerte Landrat Alexander Anetsberger an die Entstehung der ersten „Langen Bank“ vor 15 Jahren. Schon damals sei das Vorhaben ein Gemeinschaftsprojekt gewesen, zu dessen Gelingen viele Menschen, Institutionen und Unternehmen beigetragen hätten. Der rund 100 Jahre alte Baumstamm war von den Bayerischen Staatsforsten gespendet und im Schernfelder Forst geschlagen worden. Aus der mächtigen Douglasie entstand jener außergewöhnliche Rastplatz, der sich in den folgenden Jahren zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Ausflügler entwickelte

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Auch die neue „Lange Bank“ entstand als Gemeinschaftsprojekt. Die Bayerischen Staatsforsten stellten erneut einen geeigneten Baum zur Verfügung und übernahmen die Fällarbeiten. Mitglieder der Kehrwa-Gesellschaft Schernfeld entrindeten den mächtigen Stamm ehrenamtlich. Beim sogenannten „Schäpsen“ kam ihnen ihre Erfahrung beim Herrichten des Schernfelder Maibaums zugute.


Das Rücken des Stammes übernahm Forstunternehmer Franz Reinbold. Anschließend machte sich das Team des Walderlebniszentrums Schernfeld an die eigentliche Fertigung. Der Stamm wurde gesägt, gehobelt und gefräst. Miehling Landtechnik unterstützte die Arbeiten mit einer für die Säge gespendeten Kette.



Da sich der Standort am Rand eines nach der FFH-Richtlinie besonders geschützten Gebietes befindet, war auch die Untere Naturschutzbehörde eingebunden. Anetsberger dankte zudem Chris Wolf vom Hochbau des Landkreises und Naturpark-Rangerin Katharina Schneider. Besonders hob er Andreas Kohout vom Walderlebniszentrum Schernfeld hervor. Er habe „die Fäden des Gesamtprojektes zusammengehalten“, die Arbeiten koordiniert und dafür gesorgt, dass aus der Idee wieder Wirklichkeit geworden sei.

Nachgemessen: 30,30 Meter


Dollnsteins Bürgermeister Peter Kleinhans würdigte bei der Einweihung ebenfalls das Engagement aller Beteiligten und die Bedeutung der „Langen Bank“ als besonderen Rast- und Aussichtspunkt hoch über Obereichstätt.


Anschließend ging Andreas Kohout noch einmal ausführlich auf die Entstehung der neuen Bank ein. Er erläuterte den Besuchern die einzelnen Arbeitsschritte – von der Auswahl und Fällung der Douglasie über das Entrinden und Rücken des mächtigen Stammes bis hin zum Sägen, Hobeln und Fräsen im Walderlebniszentrum Schernfeld.


Dann waren die jüngsten Gäste an der Reihe. Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse der Naturparkschule Dollnstein waren gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christine Wisgott und Naturpark-Rangerin Katharina Schneider zum Aussichtspunkt gekommen. Zunächst trugen die Kinder zur Einweihung ein Gedicht vor. Anschließend durften sie selbst überprüfen, wie lang die neue Bank tatsächlich geworden ist.


Mit dem Maßband ging es Stück für Stück am Stamm entlang. Schließlich stand das Ergebnis fest: 30,30 Meter.

Damit ist die neue Obereichstätter „Lange Bank“ sogar acht Zentimeter länger als die 30,22 Meter lange Bank im baden-württembergischen Ellenberg, die 1997 offiziell vermessen und als Rekordbank aus einem einzigen Douglasienstamm anerkannt worden war. An die rund 36,5 Meter ihrer Vorgängerin kommt die neue Bank zwar nicht heran – bemerkenswert ist ihre Länge dennoch.



Für ihren Einsatz bei der Einweihung und der Vermessung der neuen „Langen Bank“ gab es für die Drittklässler anschließend noch eine besondere Anerkennung. Landrat Alexander Anetsberger sowie die Bürgermeister Peter Kleinhans und Stefan Bauer zeichneten jedes Kind mit einer Holzmedaille aus. Damit konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die frisch vermessene Bank als eine der Ersten ausprobieren, sondern auch eine bleibende Erinnerung an diesen besonderen Vormittag mit nach Hause nehmen.

Ein Platz zum Verweilen – für viele Jahre


Als Erste durften die Dollnsteiner Schulkinder die neue „Lange Bank“ ausgiebig in Beschlag nehmen. Landrat Alexander Anetsberger verband damit einen besonderen Wunsch: Die Bank möge so lange Bestand haben, dass die Kinder auch nach Abschluss ihrer Schul- oder Ausbildungszeit wieder an diesen Ort zurückkehren und sich daran erinnern können, dass sie bei ihrer Einweihung dabei waren.


Hoch über Obereichstätt hat damit ein besonderer Rastplatz seine Fortsetzung gefunden. Wanderer auf dem Altmühltal-Panoramaweg, Familien, Einheimische und Gäste können hier wieder Platz nehmen und den weiten Blick über das Altmühltal genießen.


Die neue Bank ist zwar einige Meter kürzer als ihre rund 36,5 Meter lange Vorgängerin. Mit 30,30 Metern aus einem einzigen Douglasienstamm bleibt sie dennoch außergewöhnlich – und ist sogar acht Zentimeter länger als jene Bank in Ellenberg, die einst offiziell für den Rekord vermessen wurde.

von Manfred Völkl • 29. September 2026
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